„Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich drauf!“

Diese Worte schmetterte Katrin Göring-Eckardt auf einem Parteitag der Grünen 2015 hernieder, auf dem selbige sich zur Flüchtlingskrise positionierten. In diesen Worten zeigt sich auch der infantile Trotz, mit dem die Grünen berechtigten Einwänden gegen massenhaften Asylmißbrauch, Hävelmannflüchtlinge und kulturelle Inkompatibilität der Invasoren begegnen.

Der gemeine Refugee wird hoffnungslos idealisiert, die moralische Schuld Europas und Deutschlands geradezu angebetet. Göring-Eckardts Parole dient auch der Verharmlosung von kulturfremder Massenmigration und soll indirekt Einwanderungskritiker als latent rechtsextreme Angsthasen diffamieren. Das jedenfalls ist die Quintessenz linker Gutmenschenrhetorik.

Just ein Jahr später finden sich Göring-Eckardts Worte auf diesem Blog wieder, weil jüngst eine interessante Dynamik entstanden ist. Die Leipziger CDU-Abgeordnete Bettina Kudla zwitscherte vor ein paar Tagen nämlich etwas Ähnliches wie Frau Göring-Eckardt. Statt zu sagen, daß Deutschland sich drastisch verändern würde, benutzte sie folgende Worte:

 

bettina-kudla-umvolkung-twitter

 

Wie man sich denken kann, setzte daraufhin ein Sturm der Exkremente Entrüstung gegen Frau Kudla los, da sie einen Begriff aus der NS-Zeit verwendete. Und die ist schließlich erst 70 Jahre her. Dabei sagt sie ja nichts anderes als die moralisch integere Frau Eckardt.

Auch Frau Eckardt glaubt – wie viele ihrer Parteifreunde – an die „Umvolkung“, nur verbindet sie damit offenbar etwas Positives, was ihr ja auch gegönnt sei in einer Demokratie. Trotzdem ist ihre Meinung von Bettina Kudla wenig vorteilhaft:

 

 

Wie man bei Wikipedia nachlesen kann, hat der Begriff der Umvolkung eine lange Geschichte vor der Nazi-Zeit und unabhängig von der NS-Ideologie. Zudem wurde er damals in einem anderen Sinne gebraucht als heute. Ich persönlich finde es legitim, sich auch satirisch NS-Begriffen zu bedienen, um so die allgemeine Nazi-Paranoia und Hypochondrie zu karikieren. Also das zwanghafte Kontextuieren von allem und jedem mit der Nazizeit.

Das kann man gerade dadurch wunderbar persiflieren, daß man sich auf Nazi-Symboliken ironisch bezieht. Leider haben Politiker in der Regel nicht die intellektuelle Souveränität, um die infantilen Empörungsrituale in unserer Talkshow-Demokratie der Lächerlichkeit preiszugeben und gerade im Sturm der Empörung noch eins drauf zu setzen und selbstbewußt, humorvoll ihre Meinung und Wortwahl zu verteidigen. Sie ziehen dann leider häufig den Schwanz ein.

Schade, denn man könnte gerade in solchen Situationen die Moralisten in ihrer Schlichtheit und Nazi-Obsession gnadenlos vorführen. Bettina Kudla hat ihren Tweet von der Umvolkung leider pflichtbewußt und schamvoll gelöscht.

Meinen persönlichen Kommentar zu dieser Affäre kann man ja auch mal einblenden:

 

4 Gedanken zu “„Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich drauf!“

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  3. Sie hatte recht mit dem Kommentar.
    Deutschland hat sich verändert

    Jüdische Symbolik wird öffentlich in Berlin verbrannt. Die Jüdische Gemeinde muss öffentliche Veranstaltungen „aus Sicherheitsbedenken“ absagen.

    Klar, das war vorherzusehen, wenn man sich massenweise Antisemiten ins Land holt.

    Verstörend finde ich den zweiten Teil des Zitates: „Ich freue mich darauf“

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