„Die Kategorien ‚Mann‘ und ‚Frau‘ sind soziale Konstrukte, doch das Bild der Zweigeschlechtlichkeit wird der Realität nicht gerecht.“

Über ein Facebook-Posting bin ich zufällig auf obige These aus dem Gender-Milieu gestoßen. Die Aussage entstammt einem pathetischen Text auf folgender Domain auf der Seite der Grünen Jugend: https://gruene-jugend.de/uberwindung-der-zweigeschlechtigkeit/

„Überwindung der Zweigeschlechtlichkeit“? Dieses Blog muß eigentlich der Grünen Jugend auf ewig dankbar sein angesichts des haarsträubenden Unfugs, den man nahezu täglich aus diesem Dunstkreis vernehmen kann.

So geht der Text weiter:

Wir verstehen einen Menschen nicht als eine Person, die ihr Leben lang einer Geschlechtsidentität als Mann oder Frau ausgesetzt ist. Unser Ziel ist es eine Gesellschaft so zu prägen, dass sich jede_r frei entscheiden kann, welche Geschlechtsidentität sie_er einnehmen möchte.

Also ich bin gerne mein Leben lang einer Geschlechtsidentität „ausgesetzt“. Die Grüne Jugend will unsere Gesellschaft also „prägen“. Machen das eigentlich nicht die bösen Konservativen, diese Sache mit den Prägungen? Na ja, Grüne und Gender-Theoretiker prägen eben in die richtige Richtung. Also ich brauche keine Prägung der Gesellschaft, die dazu führt, daß ich mich frei entscheiden kann, welche Geschlechtsidentität ich annehmen möchte. Und, liebe Grüne Partei. Das sehen mutmaßlich über 90 Prozent der Menschen so.

Ich will nur erklären, warum Eure Wahlergebnisse immer schlechter werden.

Und was passiert eigentlich, wenn ein Mann Gleichstellungsbeauftragter werden will, der sich aber als Frau versteht – oder auch nur verstehen will? Gilt dann der grünjugendliche Geschlechtsutopismus immer noch? Und was ist eigentlich Euer Frauenstatut wert, wenn man den obigen Geschlechtsrelativismus anwendet? Zur Erinnerung: Auf grünen Parteitagen erhalten nur so viele Männer Rederecht, wie es Frauen ans Rednerpult zieht. Ähnlich läuft das wohl auch mit der Delegierten-Auswahl.

Ganz nebenbei sei hier auch noch gesagt, daß Mann und Frau keine sozialen Konstrukte sind, sondern empirische Tatsachen. Mann und Frau tragen die komplementären Fortpflanzungsanlagen in sich. Auf tierischer Ebene ist das auch so. Aber das wird keinen Grünen beeindrucken, denn was gerecht, progressiv und alternativ ist, ist bei den Grünen eine Frage der Gesinnung. „Die Welt als Wille und Vorstellung“ ist wohl die Standardlektüre des gemeinen Grünen.

So geht’s weiter:

Als GRÜNE JUGEND streiten wir dafür, dass die Vielfalt der Geschlechtsidentitäten endlich anerkannt wird. Ein erster Schritt zur stärkeren Sichtbarmachung ist eine dritte Option bei der Angabe des Geschlechtes gegenüber staatlichen Stellen und amtlichen Dokumenten. Ebenso soll es die Möglichkeit geben, eine Angabe zu verweigern. Perspektivisch streiten wir dafür, dass die Geschlechtsangabe als Kategorie komplett wegfällt.

Überwindung der Zweigeschlechtigkeit ist die 8. Forderung der Queeren Resolution 2013 der GRÜNEN JUGEND. Komplette Resolution: http://de.scribd.com/doc/132242433/Reader-Queer-Erm-on-At.

Jetzt ist wohl echt die Kacke am Dampfen. So, liebe Grüne, scheitert man an der Fünf-Prozent-Hürde.

Es gibt keine „Vielfalt“ der Geschlechtsidentitäten. Das ist die typische Gender-Propaganda. Mehr dazu auf der Seite gender-ideologie.de. Es gibt lediglich Mann und Frau – und Abweichungen, die sich im Promille-Bereich bewegen. Teilweise wissen diese Leute gar nicht mal, daß sie rein biologisch betrachtet keine perfekten Männer oder Frauen sind, weil die (innerkörperlichen) Fehlbildungen zu subtil sind und nicht ins Gewicht fallen. Geschlecht ist, was sich fortpflanzen kann – also Mann und Frau. Darüberhinaus verliert der Geschlechtsbegriff schlicht und einfach seinen Sinn. Es kann beim Menschen gar nicht mehr als zwei Geschlechter geben.

Wie irre muß man eigentlich in der Birne sein, um derartig inflationär und aller Sinne beraubt mit dem Geschlechtsbegriff zu hantieren?

Man muß sich das mal vorstellen. Da kämpfen grüne Spinner und Spinnerinnen im ganzen Lande für Frauenquoten allerorten – z.B. 40% „Frauen“-Anteil in Aufsichtsräten. Wie will man das durchsetzen, wenn die „Geschlechtsangabe als Kategorie“ dereinst einmal komplett wegfällt?

Da kämpfen Grüne für eine sogenannte „geschlechtergerechte“ Sprache, für Binnen-Is und anderen Firlefanz, für geschlechtergerechte Steuererklärungen und Ampelmännchen. Manchmal hat man das Gefühl, daß die Grünen die einzige Partei sind, die vom Wahn der Zweigeschlechtlichkeit befallen sind. Aber lassen wir das. Manche wollen einfach nicht von ihrem Weg in den Untergang abgebracht werden. Die Erkenntnis des Irrtums und der Verblendung ist einfach zu schmerzhaft.

Abschließend noch ein kleiner Hinweis für meine Leser: Wie man an den obigen Ausführungen schön sehen kann, muß man den Irrsinn der Gender-Ideologie und des Gleichstellungswahns einfach konsequent zu Ende denken. Da aber Grüne und andere Gutmenschen so sehr vom angeblich Guten beseelt sind, sind sie unfähig, den kritischen Verstand anzuwenden – ergo: „böse“ zu sein.

Das ist ja das Grundproblem der derzeitigen Gesellschaft. Wir frönen der totalen Gesinnungsethik. Böse sein darf man gegen rechts, aber nicht gegen links. Denn die sind ja die Guten.

Auch der Geschlechtsrelativismus der Gender-Ideologie hält eine Menge der gerade erwähnten Ironien bereit. Einerseits leugnet man unser biologisches Mann- und Frausein, andererseits ist man Weltmeister darin, uns anhand äußerer Merkmale in Männer und Frauen zu unterteilen, um dadurch den Endsieg der „Gleichstellung“ zu erreichen.

Man ist so wahnhaft fixiert auf diese „Gleichstellung“, daß einem auch noch entgeht, daß nicht nur Aufsichtsrats- oder Professorenposten mehrheitlich von Männern bekleidet werden, sondern auch Obdachlosigkeit und viele andere unangenehme Dinge männlich „dominiert“ sind.

Die Benachteiligungs- und Opferkonstruktionen funktionieren also nur in die Richtung Frau.

Als in der DDR Geborener ist es dem Autor dieses Blogs immer wieder hochpeinlich, diese komplette Verstrahlung und Verblödung, die sich wahrlich nicht vor den Prozessen in einer Diktatur verstecken müssen, in ausgewachsenen Demokratien erleben zu müssen.

Linke haben einfach noch nicht begriffen, daß sie genauso wie Rechte und Konservative extremen ideologischen Unsinn zu produzieren in der Lage sind. Und daß sie genauso verklemmt, verstrahlt und spießig sein können.