„Ich möchte, daß es Lehrerinnen mit Kopftuch an Berliner Schulen gibt.“

Wer: Bettina Jarasch, ehemalige Parteivorsitzende der Berliner Grünen
Wann: 2. Dezember 2017
Wo: Landesparteitag

Wie verschiedene Medien berichten, wollen die Berliner Grünen ein Konzept für die erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund entwickeln. Was sich die Grünen da im einzelnen vorstellen, ist weniger interessant.

Wichtiger ist die Grundeinstellung der Grünen, daß alle Menschen gleich sind und teils gravierende, essentielle kulturelle Unterschiede daher ignoriert und beschönigt werden. Die enorme kulturelle Rückständigkeit des Islams wird tapfer geleugnet. Ein Integrationskonzept, welches darauf Rücksicht nähme, wäre mit den Grünen nicht machbar, da sich keiner von ihnen als „Rassist“ oder „Nazi“ fühlen möchte.

Nach Möglichkeit werden auch die Errungenschaften des westlichen Kulturkreises ausgeblendet und heruntergespielt zugunsten des heiligen Kultes um die Toleranz. Der Tanz um die Toleranz sozusagen.

Daher verwundert es nicht, daß wir Folgendes im „Focus“ und der „Welt“ lesen dürfen:

Die Grünen greifen auch das Neutralitätsgesetz an, das Lehrern das Tragen religiöser Symbole verbietet. Zuletzt hatten mehrere muslimische Kopftuchträgerinnen, die als Lehrer abgelehnt worden waren, auf dem Klageweg Entschädigungen erstritten. Die Bildung müsse neutral sein, das lasse sich jedoch nicht an Kleidungsvorschriften festmachen, argumentiert die Partei.

„Ich möchte, dass es Lehrerinnen mit Kopftuch an Berliner Schulen gibt“, sagte die ehemalige Landeschefin Bettina Jarasch. „Was wir brauchen, sind Regelungen, die religiöse Manipulation wirksam ahnden, anstatt einen Kulturkampf um das Kopftuch zu führen.“ Das Thema ist in der Partei stark umstritten. Die erwartete Debatte unter den 130 Delegierten blieb jedoch weitgehend aus.

Einer erwachsenen Muslimin ist es zuzumuten, ohne Kopftuch als Lehrerin in Erscheinung zu treten. Es ist doch angeblich nur ein religiöses Symbol. Mehr nicht. Warum haben Musliminnen derartige Probleme, dieses abzulegen, fällt es doch Christen auch nicht schwer, ein Halsband mit Kreuz abzulegen oder zu verbergen? Was tragen eigentlich männliche Muslime als religiöses Symbol? Und warum tragen auch männliche Christen das gleiche christliche Symbol wie die Frauen? Gibt es eigentlich Christen in Deutschland, die nur ihren Mädchen das Tragen eines Kreuzes vorschreiben – und das nur ab Beginn der Geschlechtsreife.

Man muß wohl ein Grüner sein, um sich derartig offensichtliche und entlarvende Fragen bezüglich des kulturellen Entwicklungsstandes des Islams nicht zu stellen. Was verspricht man sich bei den Grünen von Kopftuchlehrerinnen? Eine bessere Integration von Kopftuchschülerinnen?

Das mag gutgemeint sein, zeigt aber das völlige Verkennen der Natur des Islams. Das Kopftuch ist kein bloßes religiöses Symbol wie das Kreuz am Halsband, sondern eben vor allem ein Bekenntnis zur rechtlichen Minderwertigkeit der Frau – bzw. zu einem vormodernen Geschlechterverhältnis mitsamt doppelten moralischen Standards.

Soll so etwas in der Schule affirmiert werden?

Wie doof muß man sein, um diese Dimension jenseits der rein religiösen Bekenntnissymbolik ignorieren zu können?

Und wie doof muß man sein, um die verheerende Wirkung auf muslimische Mädchen in Neukölln ausblenden zu können, die in ihren Familien häufig einem patriarchalen Druck, einer autoritär-religiösen „Erziehung“ ausgesetzt sind?

Diese Mädchen könnten stolz und anerkennend auf muslimische Lehrerinnen ohne Kopftuch schauen, sich inspirieren lassen und beginnen zu begreifen, daß sie in einem familiären Lügensystem aufwachsen.

Wie bescheuert müssen Grüne sein, die diese familiäre Realität bei vielen Muslimen in Deutschland ausblenden können?

Es lebe der heilige Tanz um die Toleranz.

Diese Partei war einmal emanzipatorisch, aufklärerisch und kritisch – kritisch gegenüber autoritären Strukturen jedweder Art. Das hat die Grünen attraktiv gemacht. Auch heute sind sie noch attraktiv, wenn sie z.B. die „autoritäre Ökonomie“ kritisieren – also die immergleichen Rechtfertigungen inhumaner Zustände mit dem „Argument“ der Konkurrenzfähigkeit, des Erhaltens von Arbeitsplätzen etc.

Geht es aber um heilige Minderheiten, versagt auf einmal die Kritikfähigkeit.

Es gibt nur wenige Linke, die das Ideal der Aufklärung auch universell anwenden. Auch in „falsche“ Richtungen.

 

 

PS: Trockener Kommentar eines Lesers:

Kurios ist allerdings, daß ausgerechnet die Grünen mit ihrem Programm von Feminismus, Homehe und Genderallerlei sich zum Steigbügelhalter machen.

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